Test: NYA-EVO FJORD 60 und FJORD 36 Rucksack – modulares, wetterfestes Raumwunder mit vielen Features

Test: NYA-EVO FJORD 60 und FJORD 36 Rucksack – modulares, wetterfestes Raumwunder mit vielen Features

Mit dem NYA-EVO FJORD 60-C und dem FJORD 36 habe ich meine perfekten Outdoor-Rucksäcke sowohl für kürzere Makrofotografie Fieldtrips, als auch für längere Reisen, gefunden.

Was die NYA-EVO FJORD Serie so besonders und die funktionalen Rucksäcke zu einem wahren Raumwunder macht, erfahrt ihr in diesem ausführlichen Praxis-Test bzw. Review mit einem Fokus auf Wildlife bzw. Makro Fotografie.

Bisher hatte ich Rucksäcke verschiedener Hersteller im parallelen Einsatz – die wollte ich nun endlich vereinheitlichen.

Mein Hauptaugenmerk lag dabei auf einem größeren Rucksack-Modell, das sich insbesondere für Fotoreisen inklusive Flüge nutzen kann.

Da ich hier einen Großteil meiner Ausrüstung transportiere, ist die Größe natürlich das Hauptkriterium.

Auch für Laptop und Ersatzkleidung muss genug Platz vorhanden sein – gleichzeitig soll der Tragekomfort bei entsprechenden Abmessungen nicht zu kurz kommen.

Wer mich kennt, weiß, dass ich immer auf der Suche nach der nächsten eierlegenden Wollmilchsau oder Schweizer Taschenmessern unter den Produkten, die ich benötige, bin.

Vor jeder Neuanschaffung lese ich eine Menge Reviews und schaue mir die Produkte, inkl. Alternativen, auch “live” an.

Das Design der NYA-EVO FJORDs erfreut dabei auch noch mein Designerherz – die Teile sehen wirklich toll aus.

Aber dazu später mehr.

Meine Anforderungen an einen guten Fotorucksack für kleinere und größere Touren und Reisen

Bisher hatte ich auf Reisen oder kleineren Fieldtrips immer auf eine entsprechende Kombination aus 2 Lowepro Rucksäcken (Flipside 300 und Flipside 400AW) für Body und Objektive, sowie einen aufklappbaren Dakine Rucksack und/oder Koffer für alles andere zurückgegriffen.

Bei längeren Tragezeiten waren die Foto-Rucksäcke definitiv nicht bequem – insbesondere nicht, wenn sie prall befüllt waren.

Auch fehlte mir eine Möglichkeit mal ein Shirt oder einen Sonnenhut direkt im Rucksack zu verstauen – ein Laptopfach hatten beide ebenfalls nicht.

Da ich sowohl für kürzere Fototouren, als auch für ganztägige Fieldtrips und Reisen jeweils eine flexiblere und größere Lösung benötige, variieren auch die Anforderungen, die ich an meine beiden neuen Rucksäcke habe.

Während der kleinere primär mein Makrofotografie-Setup sicher verstauen muss, sollte der größere Rucksack zusätzlich weitere Objektive (z.B. M.Zuiko 50-200 Tele für Wildlife / Birding) und Zubehör wie Laptop, Telekonverter, Einbein, Blitze und Diffuser sicher verstauen, auch auf Reisen.

Zudem finde ich es auch immer praktisch, wenn sich Kleidung und Proviant unterbringen lassen.

Nachdem ich in den letzten Jahren viele Rucksäcke verschiedener Hersteller besessen habe, weiß ich recht genau, welche Anforderungen und Wünschen eine neue Transportlösung abhaken müsste.

Besonders wichtig waren mir:

  • Größe (Minimum 40 Liter für den größeren)
  • Zugriff über die Rückenfläche, weitere Möglichkeiten wären praktisch aber nicht zwingend notwendig.
  • Angenehmer und stabiler Sitz mit gepolsterten Schulterriemen
  • Regencover und Tragenetz oder System zur Ergänzung von externen Taschen
  • Laptopfach (15″)
  • Modernes, schlichtes Design jenseits des klassischen Citybackpack, im besten Fall durch die gesamte Produktlinie hinweg, da ich ja zwei unterschiedlich große Rucksäcke suche
  • Wasserdichte oder zumindest -abweisende Oberflächen und Reißverschlüsse

Kein Muss, aber eine perfekte Ergänzung wären für mich:

  • Zusätzliche, spezialisierte Fächer, z.B. für Speicherkarten
  • Tragelaschen für Stativ, Zubehör, usw.

Da ich oftmals mit meinen Rucksäcken in Wald und Feld unterwegs bin, müssen diese fest sitzen, damit sie mir nicht beim Vorbeugen über den Kopf schießen.

Wenn ich von einer Base aus unterwegs bin, für Tagestrips oder auch nur wenige Stunden, bietet sich natürlich ein kleinerer Daytrip Rucksack an – manchmal ist das aber einfach nicht machbar, oder ich entdecke auf der Reise selbst Motive und muss dann mit aufgezogenem Rucksack fotografieren.

Zumal ich im Feld eh meist mein Makro-Setup inkl. Blitz und Makro-Diffuser über einen Peak Design V3 Capture Clip oder den Cotton Carrier G3 Harnisch griffbereit habe und somit nicht jedes Mal wieder den Rucksack öffnen und alles zusammenbauen muss.

Ich habe also ausdrücklich keinen reinen, kleinen und superleichten Fotorucksack gesucht, sondern einen Hybrid-Rucksack für Outdoor und Wildlife Trips.

Das Brand – NYA-EVO – Erfahrung trifft Design

Ich habe selten ein so nahbares Brand wie NYA-EVO erlebt: konzipiert und vertrieben werden die Rucksäcke seit 2018 von ILLUME DESIGNS aus Antwerpen in Belgien.

Die Gründer und Entwickler Jensen Pauwels und Mario Jutronic geben sich betont offen für Feedback und versuchen stetig ihre Rucksackkonzepte zu optimieren.

Auf Messen, Fotomärkten und Events sieht man die beiden auch regelmäßig persönlich – das Brand ist hier Chefsache.

Während Jensen mit reichlich Branchenerfahrung seine Designs getreu dem Motto “Designed & tested in the Nordics” in Schweden konzipiert, betreut Mario das Brand im Ganzen, unterstützt von einem internationalen Team von Fotografen und Ambassadors.

Der erste NYA-EVO Rucksack wurde übrigens über Kickstarter finanziert und ist seither eine Erfolgsstory.

Hier wird nicht nur am Tisch designed und konzipiert, sondern auf Herz und Nieren getestet was am Ende in den Verkaufsregalen landet – für die NYA-EVO Vision: “Go further”.

Der NYA-EVO FJORD Rucksack

Die folgenden Produkte habe ich für meine beiden Tragesetups kombiniert und ein gutes Jahr lang getestet:

  • FJORD 60-C Econyl G4 Graphite
  • FJORD 36 Econyl G4 Graphite
  • RCI Medium G3
  • RCI X-SMALL G3
  • Assistant 1.5 Accessory Pouch
  • RCI Shoulder Strap
  • 2x Assistant Grip Pouch

Eigentlich wollte ich den FJORD 60-C mit einem RCI L ausstatten, das war leider nicht am Lager, so dass es erst einmal das RCI M wurde.

Um den Zugriff von oben zu testen, kombiniere ich das RCI M mit einem RCI XS.

Diese Kombination passt sowohl in den FJORD 60-C als auch in den FJORD 36.

Für die Zukunft soll der FJORD 60-C mein Equipment jedoch, wie erwähnt, im RCI Large oder XLarge unterbringen.

Mit dem RCI L kombiniert sitzt das RCI XS auch nochmal deutlich besser bzw. stabiler im oberen Teil des FJORD 60, da es dann direkt auf diesem aufliegt.

Die NYA-EVO Rucksäcke der FJORD Serie sind modulare, superfunktionale Fotorucksäcke mit vielen Features und bieten neben dem sortierbaren Ordnungssystem, sog. RCIs (Removable Camera Inserts), auch stets extra abgetrennten Stauraum für Dinge wie Kleidung und weiteres Gepäck.

Ausgelegt also auf den Transport von Foto-Equipment UND Kleidung bzw. Zubehör für Wandertouren und Reisen.

Die verschiedenen RCIs unterscheiden sich darin, wieviel Platz sie prozentual vom Hauptfach bezogen auf das jeweilige FJORD Modell einnehmen, nämlich:

XS 5% (60-C Gen 4) bzw. 15% (36 Gen 4)
S 15% (60-C Gen 4) bzw. 25% (36 Gen 4)
M 30% (60-C Gen 4) bzw. 60% (36 Gen 4)
L 60% (60-C Gen 4) bzw. 90% (36 Gen 4)
XL 100% (60-C Gen 4) passt nicht in den FJORD 36.

Der FJORD 60-C hat einen Stauraum von 40 Litern ohne RCIs und ist über das Rolltop und das per Reißverschluss vergrößerbare Frontfach auf die namensgebenden 60 Liter erweiterbar.

Designtechnisch ist das Rolltop auch der einzige größere Unterschied zwischen FJORD 60-C und FJORD 36.

Es ist von innen wasserdicht beschichtet, bieten sich also an als Aufbewahrungsort für feuchte Kleidung.

Schon auf den ersten Blick zeichnen sich die beiden Rucksäcke generell durch vielseitige und durchdachte Funktionen aus.

Die ersten Kennenlern-Minuten fördern immer wieder überraschende Details zutage und bestätigen den Eindruck, dass man sich hier wirklich ein gutes Konzept zugrunde gelegt hat.

Für alle Infos rund um die verwendeten Materialien, Abmessungen usw. empfiehlt es sich die NYA-EVO Website zu besuchen, dort gibt es zudem sehr ausführliche und schön gestaltete User Guides zu den Rucksäcken, die mir gerade am Anfand sehr geholfen haben.

Außen – Straps, Features, Material

Der Rucksack ist wertig und gut verarbeitet – er besteht aus widerstandsfähigem Premium ECONYL, alle Oberflächen mit Körperkontakt sind zudem aus schnelltrocknendem Material.

Die Außenmaße betragen beim FJORD 60 ca. 57 x 38 x 28 cm, beim FJORD 36 50 x 32 x 25 cm.

Beide Modelle sind carry-on kombatibel, also als Handgepäck für Flugreisen geeignet.

Bei manchen “Billig-Airlines” kann es passieren, dass sie die maximal zulässigen indiv. Handgepäck-Abmessungen überschreiten – allerdings lassen diese das Handgepäck oft auch ungeprüft an Bord.

Bisher hatte ich keine Probleme.

In der aktuellsten Version (GEN4), haben die FJORDs gekurvte Schultergurte, die sich gut an den Rucksack anschmiegen und ihn noch kompakter machen.

Persönlich finde ich, dass die Kurve mich etwas beim Öffnen des Rückenteils behindert, bzw. mich etwas verlangsamen – bei anderen Rucksäcken erschien mir das schneller zu gehen. Dies liegt aber vermutlich weniger an den Kurven, sondern eher an der Kombination mit der Steifigkeit der Schultergurte.

Was den Tragekomfort angeht, sind die gekurvten Tragegurte hingegen angenehm, wenn auch, wie erwähnt, etwas steif für meinen Geschmack.

Insbesondere für weibliche Trägerinnen liegen die Vorteile des kurvigeren Designs dennoch auf der Hand.

An das Tragesystem eines reinen, spezialisierten Wanderrucksacks kommen die FJORD Hybride aber nachvollziehbarerweise nicht ganz heran.

Sehr smart sind die Peak Design Clip Befestigungspunkte bzw. Straps an den Schulterriemen.
Ich liebe offene Systeme – danke NYA-EVO!

Der mittig oben am Rückenteil sitzende Tragegriff ist für meine großen Hände gerade noch ausreichend in der Breite – hier hätte ich mir eine zusätzliche Gepolsterte Ummantelung gewünscht für nochmals besseren Tragekomfort.

Eines meiner Highlights sind die Seitentaschen des FJORD, wobei es hier einen der größeren Unterschiede zwischen dem 36 und 60-C Rucksack gibt.

Während die Seitentaschen des FJORD 36 aus Stretchmaterial sind, sind diese beim FJORD 60-C aus dem auch sonst verarbeiteten Außenmaterial. Zwar fehlt Ihnen somit der Stretch, dafür sind sie aber nochmal geräumiger!

An beiden Modellen lassen sich ohne Probleme 2 500ml Flaschen je Seite einschieben.
Ich liebe diese großen Taschen – mein Favorit ist die Ausführung am FJORD 60-C, wo sie sich über einen Riemen sogar nochmal erweitern lassen.

Auch ein Tragenetz (z.B. für einen Helm) ist, genauso wie das obligatorische Regencover, im Lieferumfang dabei.

Ich nutze das Netz gerne um meinen Makro-Blitzdiffuser zu transportieren und direkt griffbereit zu haben.

Auch noch nasse Kleidung lässt sich hier gut verstauen – alternativ im wasserdicht ausgekleideten Rolltop-Fach.
Das Netz lässt sich an diversen Schlaufen befestigen und somit natürlich auch obenauf anbringen.

Der Rücken ist großzügig gepolstert und bietet mit seinem ergonomischen Design ausreichend Belüftung beim Tragen.

Für mich ganz wichtig für kürzere Field-Trips: der angenehm breite, ergonomische Beckengurt ist komplett abnehmbar!

Damit der Rucksack outdoor eine gute Figur macht, sind die Reißverschlüsse wasserdicht und das Außenmaterial wasserabweisend.

Die metallisch matt-blauen NYA-EVO Signature Reißverschluss-Anhänger (je nach Rucksack Farbe auch in anderen Farben) sehen zwar schick aus (und sind optisch an Kletter-Klemmkeile angelehnt), mir persönlich sind sie aber etwas klobig und ich würde hier geriffelte, ergonomische Gummischlaufen mit mehr Grip bevorzugen. Eine rein individuelle Meinung zugegebenermaßen.

An Unterseite bzw. Boden kommt ein festes Hypalon® Material zum Einsatz, das das Eindringen von Wasser verhindert, wenn der Rucksack mal im Nassen steht.
Auch sonst ist die Unterseite des Rucksacks extrem unempfindlich und bietet einen stabilen, aufrechten Stand – top.

Die praktischen, kleinen Grip-Pouches (10x22x2cm) lassen sich mit einem Plastikanker an den Schulterriemen befestigen und bieten dann einen schnellen Zugriff auf Sonnenbrille, Handy, Müsliriegel, Taschenlampe oder z.B. sogar eine schmale 500 Liter Flasche.

Deutlich mehr Stauraum bietet die Assistant 1.5 Pouch mit ihren namensgebenden 1.5 Litern Fassungsvermögen.

Sie lässt sich sowohl direkt am Bauchgurt anbringen, als auch an jedem handelsüblichen Gürtel befestigen.
Dazu gibt´s einen Schultergurt, so dass sie sich auch separat tragen und nutzen lässt.

Innenleben – RCIs für jedes Szenario

Das Hauptfach des FJORD 60-C hat im kompakten Format ca. 44 Liter Stauraum, lässt sich über einen Rundum-Reißverschluss (gibt 7 cm mehr Tiefe) aber auf 52 und 60 Liter erweitern. Das Rolltop bringt knappe 2 Liter Extra-Kapazität.
Der FJORD 36 wartet mit den namensgebenden 36 Litern Fassungsvermögen auf.

Um dem Platz im Inneren Struktur zu verleihen kann man aus verschiedengroßen RCIs wählen, zu diesen aber mehr im nächsten Abschnitt.

Im Hauptfach hat der Rucksack einen herausnehmbaren, horizontalen Trenner, um RCI vom Kleidungsfach zu separieren, zusätzlich seitliche Halterungen (zur Fixerung des RCI).

Da es sich hier schließlich um einen Fotorucksack handelt, benötigen wir eine sichere und gut strukturierte Unterbringung für Body und Objektive.

Die Lösung über die RCIs ist Vor- und Nachteil zugleich: zwar verliert man im Vergleich zu direkt in einen Rucksack integrierten Fächern etwas an Raum, erhält so aber gleichzeitig eine größere Flexibilität.

Tatsächlich lässt sich der Rucksack dadurch auch prima als Reiserucksack ohne Fotokomponenten nutzen – praktisch.

Für zusätzliche Stabilität, eine optimale Gewichtsverteilung und einen besseren Sitz der RCIs, haben die Rucksäcke einen leichtgewichtigen T6-6061 Aluminium-Rahmen, der sich aber auch komplett entfernen lässt.

Der Zugriff auf das Equipment ist sowohl über den Rücken, als auch von oben möglich, je nach Befüllung und Fach.

Ganz nach Wunsch kann man Haupt- und Topfach über eine Membran entweder getrennt befüllen, oder ein einzelnes, großes Fach nutzen, indem man den Trenner entfernt.

Das vordere Zipper-Fach bietet Platz für einen Laptop.
Dieser lässt sich über eine Klettlasche auch noch zusätzlich sichern und fixieren.

Mein 15″ DELL XPS15 Laptop passt in beide FJORDs gleichermaßen.

Was mir sowohl im Rucksack als auch in den RCIs fehlt, sind dedizierte Einschübe oder Laschen für Speicherkarten – das wäre ein, vermutlich einfach umzusetzendes und gleichzeitig (für mich) hochpraktikables, Upgrade/Update.

An beiden FJORD-Modellen fehlte mir anfangs ein kleineres, Zipper-gesichertes Fach, z.B. oben, oder an den Seiten.
Allerdings haben sowohl der FJORD 36 als auch der FJORD 60 ein solches Fach vorne, gut versteckt unter der überhängenden Lasche, so dass ich es anfangs übersehen habe.


Noch praktischer fände ich ein solches Fach oben auf, für einen schnellen Zugriff auf Kleinteile, Portemonnaie, Autoschlüssel oder ähnliches – ohne immer eines der größeren Fächer öffnen zu müssen. Aufgrund des Rolltops scheidet dies beim FJORD-60 aus Designgründen aber eh aus.

Das RCI Konzept – individualisierbar und komfortabel

Die Removable Camera Inserts (RCI) sind genauso flexibel wie der Rucksack an sich – befestigt man an den Ösen einen Schultergurt, lässt sich das RCI auch als kleine eigenständige Fototasche verwenden.

Ein zusätzlicher Trageriemen an der Seite ist ebenfalls vorhanden und unterstreicht die mögliche separate Verwendung.

Hergestellt werden die RCIs aus 100% recyceltem Polyester 600 (bzw. 150 innen) Denier Rip-Stop PU – der umweltfreundliche Aspekt des Rucksacks gefällt mir, auch wenn der tatsächliche Effekt vermutlich eher marginale Auswirkungen hat.

Trotzdem stark, denn hier ist mehr besser als weniger!

Auch praktisch: die RCIs lassen sich zum Transport oder zur Lagerung flach zusammenlegen.

Natürlich lässt sich mit den RCIs auch jeder größere andere Rucksack zu einem Fotorucksack upgraden – wenn er genug Tiefe bietet.

Der anfangs erwähnte Dakine Rucksack, ein Riesenteil, kann so in Zukunft auch mal zumindest einen Body mit Linse gut gepolstert verstauen.

Hinweis: Zuletzt wurde das RCI XXL zum RCI Porfolio hinzugefügt, welches eine Kamera mit angesetztem, großen Tele fasst.

Neben dem schon erwähnten Umhängegurt, warten die RCIs mit den klassischen gepolsterten Innentrennwänden auf, die per Klett befestigt werden, sowie weiteren Velcrostraps, die eine zusätzliche Sicherung des Inhalts ermöglichen.

Die Reißverschlussdeckel der RCIs lassen sich komplett abnehmen, so dass nach dem Rückenteil des Rucksacks nicht auch nochmal das RCI geöffnet werden muss.

Andersherum bieten 2 Reißverschlussdeckel natürlich mehr Sicherheit auf Kosten der Zugriffszeit.

Bisher habe ich die RCIs meist ohne Deckel verwendet.

Preis

Im Onlineshop von NYA-EVO sind die Rucksäcke direkt hier erhältlich.

FJORD 60-C – 449,00 Euro

FJORD 36 – 329,00 Euro

Dazu passend gibt es auch die RCIs:

RCI XS – 65,00 Euro
RCI S – 75,00 Euro
RCI M – 95,00 Euro
RCI L – 115,00 Euro
RCI XL – 185,00 Euro
RCI XXL – 199,00 Euro

Bei einem Kauf über die obigen Links (Foto Koch) erhalte ich eine kleine Provision, die meine zeitaufwändige Arbeit an dieser Website unterstützt.

Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist beim NYA-EVO FJORD System aufgrund der gebotenen Qualität und Features fair – trotzdem sind die Rucksäcke def. im Premium-Segment anzusiedeln.

Ich hatte schon teurere Foto-Rucksäcke die schlechter verarbeitet schienen und merklich weniger innovativ waren.

Vor dem Hintergrund, dass sich der NYA-EVO FJORD Rucksack, anders als “reine” Fotorucksäcke, auch als “normaler” großer (Reise-)Rucksack nutzen lässt, hat man hier eine tolle und flexible Lösung für diverse Einsatzzwecke – und das zu einem verhältnismäßig geringen Preis.

Praxiserfahrungen – Tragekomfort

Gibt es Kritikpunkte oder Verbesserungspotenzial?

Zu kritisieren gibt es tatsächlich wenig an den NYA-EVO FJORD Rucksäcken.

Optimierungspotenzial gibt es bei Dingen, die rein aufgrund meines persönlichen Geschmacks bzw. meines Workflows, verbessert werden könnten – also keine grundsätzlich schlecht durchdachten Features.

So hätte ich am FJORD 36 beispielsweise lieber das Seitentaschendesign des FJORD 60-C, also eine geräumige, festere Tasche als das strammere Netz.

Auch ein kleines Fach für Schlüssel, Portemonnaie, Handy, kleinerem Zubehör usw. oben oder seitlich wäre schön – für einen schnelleren Zugriff.

Im Bauchgurt hätte man z.B., anstatt auf beiden Seiten Riemen für die Assistant Pouch zu haben, alternativ auch auf einer Seite ein kleines Zipper-Fach unterbringen können.

Der einzige kleinere Störfaktor sind für mich persönlich die gekurvten Schulterriemen: hier bleibe ich beim schnellen Öffnen des Rückenteils einfach zu oft an den Riemen hängen. Das kenne ich von meinen bisherigen Rucksäcken so nicht.

Gleichzeitig verstehe ich aber die Designentscheidung und denke für 90% der Nutzer ist der Vorteil im Tragekomfort wichtiger als das schnelle Öffnen.

Eigentlich Branchenstandard sind zudem kleine Einschubfächer für Speicherkarten, die vermisse ich sowohl im Rucksack selber, als auch in den RCIs.

An meinen vorigen Rucksäcken habe ich diese regelmäßig genutzt und diese wären mit kleinem Extraaufwand sicherlich ein großer Zugewinn für die NYA-EVO Rucksäcke.

Der Griff oben am Rucksack dürfte für meinen Geschmack etwas breiter sein, dies ist aber lediglich meinen großen Händen geschuldet und kein wirklicher Kritikpunkt.

Die RCIs sind gut gepolstert – perfekt um die wertvollen Objektive zu schützen.

Auch wenn hier ein guter Kompromiss aus Polsterung und Dicke gefunden wurden, gehen so natürlich einige Millimeter Platz verloren.
Für ein modulares Konzept kommt man kaum um solche RCIs herum, trotzdem bin ich Fan von Rucksäcken mit festem Kamerafach.

Mit einem Gewicht von 2,4 kg (ohne RCIs) ist der FJORD 60 kein Federgewicht und erfordert cleveres Packen um ihn als Handgepäck auf Flügen nutzen zu können.
Der kleine Bruder FJORD 36 wiegt knappe 2 kg ohne RCIs.

Wer hier mit mehreren Bodies und Tele-Objektiven reist muss also gut abwägen, was mit in den Rucksack kommt.

Fairerweise muss man hier aber auch zugeben, dass es einfach unmöglich ist ein Komplettequipment, inkl. Extras wie Kleidung, in einem großen Rucksack mit so vielen Features zu verstauen und dann auch noch ein Leichtgewicht in Händen zu halten.

Einen Kompromiss muss man am Ende machen.

Wie eingangs schon erwähnt habe ich aber auch ganz konkret nach einem Hybrid-Rucksack gesucht, der meine oben beschriebenen Anforderungen erfüllt: wer also einen kleinen, kompakten und leichten, reinen Fotorucksack sucht, könnte mit den NYA-EVO FJORDs enttäuscht sein.

Praxiserfahrungen – im Feld

Mit einem großen Rucksack durch´s Hinterland zu stapfen ist natürlich etwas anderes, als mit einem handlichen Daypack.

Der FJORD macht seine Aufgabe aber sehr gut und sitzt auf Wunsch eng und fest am Körper.

Auch mögliche Bedenken, dass der hohe Rucksack beim Vornüberbeugen über den Kopf nach vorne rutschen könnte, erwiesen sich als unbegründet.

Was den Stauraum angeht, ist es natürlich superpraktisch das komplette Equipment inkl. Zubehör ständig dabei zu haben – kein Abwägen mehr was mit darf und was zuhause bleiben muss.

Ich habe den Rucksack auch gerne als kleine “Base” genutzt und abgelegt um mich dann immer wieder dort zu bedienen und meine Kameras oder Objektive zu wechseln.

Auch den RCI Medium habe ich einmal herausgenommen und an einem vielversprechenden Pfad anstatt des kompletten Rucksacks mitgenommen – mithilfe des mitgelieferten Riemens einfach über die Schulter getragen.

Witterungsbedingungen und hartes Handling können dem FJORD nichts an, wobei ich ihn sicher auch nicht an seine Grenzen getrieben habe.

Aus meinem Bekanntenkreis weiß ich aber aus erster Hand, dass auch Klettertouren und lange Wanderungen durch unwegsames Gelände außer verschrammten Steckschnallen und oberflächlichen Kratzern im Außengewebe wenig Eindruck auf den Rucksack gemacht haben.

Update:

Die gecurvten Schulterriemen sind für mich ein zweischneidiges Schwert: zum einen bieten sie einen merklich verbesserten Tragekomfort, zum anderen blockieren sie hin und wieder beim Öffnen den Zugriff über die Rückseite.

Der Reißverschluss ließ sich bei den ersten Malen nicht so schnell in einem Rutsch aufziehen, wie ich das von Rucksäcken mit geraden Schulterriemen gewohnt bin.

Das ist bei den vielen Vorteilen der Riemen und des Rucksacks absolut zu verschmerzen, ist aber trotzdem ein kleines Manko.

Nach knapp einem Jahr Nutzung, hat man sich mittlerweile jedoch daran gewöhnt und kommt auch beim FJORD schnell an das Equipment. Hier muss ich auch fair bleiben und zugeben, dass der Rucksack schließlich nicht für einen Schnellzugriff optimiert wurde, sondern einem Gesamtkonzept unterliegt, dass sich eher auf die Verbindung von Tragekomfort bei längeren Touren und das Mitführen von Fotoequipment und Zubehör fokussiert – und das gelingt den NYA-EVO FJORD Rucksäcken mit Bravour!

Mein Fazit zum FJORD 60-C und FJORD 36 von NYA-EVO

Hat mich der NYA-EVO FJORD als Rucksack überzeugt?

Ja, definitiv – Design, Funktion, Preis-Leistungs-Verhältnis stimmen hier für mich!

Optisch sind die NYA-EVO FJORD Rucksäcke für mich eh das Nonplusultra und der Designfaktor schwer zu überbieten.

Schade, dass es das helle Powder White Design nicht mehr gibt 😉

Deckt er mit seinen Features den Großteil meiner Anforderungen ab?

Ja, sogar mehr als das.

Als modulare Lösung lassen sich sowohl der FJORD 60 als auch der FJORD 36 für verschiedenste Szenarien einsetzen.

Ist er der perfekte Rucksack für mich und wird er meine bisherigen ersetzen?

Verbesserungspotenzial gibt es immer – jedoch gibt es am NYA-EVO FJORD kaum etwas auszusetzen.

Für Reisen mit Fotoequipment ist er seit einem Jahr definitiv meine erste Wahl, insbesondere, wenn ich zusätzliche Dinge, wie Kleidung mitnehmen möchte – meine beiden anderen Rucksäcke habe ich verkauft.

Je nach Trip wähle ich zwischen dem FJORD 60 und dem FJORD 36.

Was hat mich an den NYA-EVO Rücksäcken am meisten überzeugt?

Das Design trifft meinen persönlichen Geschmack total.

Die vielen Fächer und durchdachten Extras sind wirklich toll, der Rucksack ist gut gerüstet mit Regencover und extra Netz.

Obwohl ich primär einen Fotorucksack gesucht habe, finde ich die Flexibilität, die mir der NYA-EVO FJORD liefert aber in der Nutzung tatsächlich optimal.

Heute Tour-Rucksack mit RCIs für Body und Objektive – morgen mega-geräumiger Weekend- oder Citytrip-Rucksack mit Laptop und Klamotten!

Perfekt!

Preis/Leistung:4 out of 5 stars (4.0 / 5)
Größe:5 out of 5 stars (5.0 / 5)
Features:4.5 out of 5 stars (4.5 / 5)
Qualität:5 out of 5 stars (5.0 / 5)
Tragekomfort:4 out of 5 stars (4.0 / 5)
Handling/Zugriff:3.5 out of 5 stars (3.5 / 5)
Flexibilität:4.5 out of 5 stars (4.5 / 5)
Average:4.4 out of 5 stars (4.4 / 5)

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